
Österreichisches Filmmuseum
Samstag, 11. Juni 2005, 15 Uhr
Moderation: Michael Loebenstein
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Die Moderne strebte nach Veränderung sozialer Strukturen und Neugestaltung sämtlicher Lebensbereiche: Wohnen, Arbeiten, Verkehr etc. Die Utopie bestand darin, durch eine ideal geplante Umwelt auch einen "neuen Menschen" hervorzubringen. In diesem Kontext entstanden Propagandafilme, die den negativ besetzten traditionellen Systemen dialektisch das "Neue" gegenüberstellten. So zeigt Eisensteins Film die idealtypische Kollektivierung der Landwirtschaft in der jungen UdSSR. Richters Die neue Wohnung stellt der Biedermeier-Stube mit dadaistischem Witz die Vorteile eines modernistischen Gebäudes gegenüber. Vacancy und Quadro sind poetische Reflexionen über Raumkonzepte der Moderne aus der Sicht des zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts. (Lotte Schreiber)
Filmprogramm
S. M. Eisenstein
Generalnaja linija (Die Generallinie) (1929)
s/w, 108 min (20 B/sek)
Anonym
[Das neue Wien] (1926)
s/w, 13 min (16 B/sek)
Hans Richter
Die neue Wohnung (1930)
s/w, 24 min (22 B/sek)
Matthias Müller
Vacancy (1998)
Farbe, 14 min
Lotte Schreiber
Quadro (2002)
s/w, 10 min