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Zur Renaissance der ästhetischen Moderne
in der Gegenwartskunst

Künstlerhaus, Erdgeschoss
Karlsplatz 5, 1010 Wien

20. Mai - 11. September 2005
Eröffnung: 19. Mai 2005

Kuratoren:
Norbert Pfaffenbichler, Sandro Droschl



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In der Ausstellung werden Arbeiten zeitgenös-
sischer KünstlerInnen präsentiert, die sich auf
bestimmte Werke, Stile oder Persönlichkeiten der
ersten Moderne beziehen. Die Faszination, die
das „unvollendete Projekt der Moderne“ (Jürgen
Habermas) auf die GegenwartskünstlerInnen
ausübt, ist unbestreitbar, auch wenn die dahinter-
stehenden Konzepte und die daraus resultieren-
den Werke konträr ausfallen. Anliegen des
Projektes ist es, erstmalig einen Überblick über
die verschiedenen Strategien der Moderne-
rezeption und -adaption in der Gegenwarts-
kunst zu bieten, wobei die Zusammenführung
all dieser aktuellen Arbeiten die konzeptuellen
und formalen Gemeinsamkeiten, ebenso klar
zutage treten lässt wie die Unterschiede.

Die Methoden der GegenwartskünstlerInnen im
Umgang mit der ästhetischen Moderne reichen
von formalen Analysen über kontextuelle Trans-
formationen hin zu ironischen Korrekturvor-
schlägen. Durch die diversen Reminiszenzen,
Zitate, Paraphrasen etc. werden auch die grund-
legenden Wandlungen, die das „Betriebssystem
Kunst“ in den letzten hundert Jahren durchlaufen
hat, thematisiert. Im Gegensatz zu den Avant-
gardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts,
die vor allem auf eine imaginierte ideale Zukunft
hin ausgerichtet waren, ist die zeitgenössische
Kunst im wahrsten Sinne des Wortes „gegen-
wärtig“. Werkkategorien wie „raumspezifische
Installationen“ oder „temporäre Interventionen“,
welche ausschließlich für den jeweiligen Anlass
hergestellt werden, sind die logische und
praktische Konsequenz diese Umstands.

Besonders auffällig ist das große Interesse
bildender KünstlerInnen an modernistischer
Architektur. Als gestalterischer Bezugsrahmen
existiert in diesem Feld ein eindeutig als
„modern“ klassifizier- barer Formenkanon wie
etwa der konstruktive und repetitive Einsatz
geometrischer Grundformen oder die Verwen-
dung spezifischer Materialien wie Beton, Stahl
und Glas. Neben der Wiederentdeckung der
ästhetischen Qualitäten konkreter Bauwerke
lässt sich die Diskrepanz zwischen den gesamt-
gesellschaftlichen Utopien und der real existie-
renden Moderne und ihren Folgen anhand der
gebauten Manifestationen am klarsten exem-
plifizieren. Formalästhetische Innovationen der
klassischen Moderne wie Abstraktion oder
Collagetechniken werden gegenwärtig nicht um
ihrer selbst willen aktualisiert, sondern dienen
vielmehr als kunstgeschichtliche Verweise.
Mithilfe digitaler Medien werden die Bilderfin-
dungen der Moderne erneut experimentell er-
probt. Die KünstlerInnen weben dabei komplexe
Referenzsysteme, um simultan Form und
Funktion künstlerischer Produktion und
Präsentation kritisch zu hinterfragen.